Mittwoch, 31. Dezember 2008

Riesenaffen-Recycling

Zum guten Schluss noch ein Nugget für Freunde der Weihnacht. Allerdings werden sich selbst Onkel Dagobert, der Grinch und König Herodes dem Charme des Trickfilms "Seasonal Short" nicht entziehen können. Von Trevor van Meter stammt der Cartoon. Entsprechend seines Namens wirkt die Homepage seines "TVM Studio" wie der Spielwarenladen eines verrückten Wissenschaftlers.

Übrigens ließ sich Herr van Meter von den Godzilla-Filmen "King Kong - Dämonen aus dem Weltall" und "Die Rückkehr des King Kong" inspirieren. Hier wurden Gummimonster in Gold verwandelt! Auch für Weihnachtsgrüße gilt also das Bibelwort: Die Letzten werden die Ersten sein!
Weiter so!


Seasonal Short from Trevor Van Meter on Vimeo.

Sonntag, 28. Dezember 2008

Hard Case Crime - We Salute You


He fell silent, a dreamy look on his face. "And that's going to be me. That's going to be Hard Case Crime. We're going to come out on top."




Ende der 50er: Patricia Heverstedt ist ein smartes Landei und will in New York ihr Glück machen. Charley Borden ist ein leicht windiger Tausendsassa, der die große Kohle im Geschäft mit Pulp Fiction wittert. Also verschafft er Patricia nicht nur einen Job als Tänzerin, sondern heuert sie auch als Schreiberling für seinen Verlag Hard Case Crime an. Ihre Räuberpistole I Robbed The Mob! entpuppt sich allerdings als pure True Crime Story: der vermeintlich ausgedachte Überfall hat tatsächlich stattgefunden - und plötzlich zeigen Mafia und Cops gesteigertes Interesse an Patricia, Charley und ihren Lieben ...

Glückwunsch an Charles Ardai, den Mitbegründer des realen Hard Case Crime Verlags. Das Programm hat es mit Fifty-To-One zum 50. Titel geschafft. Obendrein ist der Roman ein trickreiches Spiel mit der Publikationsgeschichte und dem Noir-Genre.

Dreh- und Angelpunkt ist natürlich die Jubiläumszahl 50: Ardai hetzt sein Personal durch genau diese Zahl an Kapiteln. Jedes trägt als Überschrift einen der bislang veröffentlichten Titel. In streng chronologischer Reihenfolge selbstverständlich. Das birgt nette Fallhöhen und Verschachtelungen, die sich aber immer nett in das Setting einschmiegen. Perfekt dazu passt auch das historische Bild New Yorks von vor 50 Jahren.

Welche kompositorischen Kopfschmerzen ihm das alles bereitet hat, beschreibt Ardai im Nachwort. Anspornende Vorbilder waren unter anderem Georges Perec und Italo Calvino. Die beiden Oulipisten wären sicherlich stolz auf das Ergebnis. Hut ab und auf die nächsten 50!

Titel: Fifty-To-One
Autor: Charles Ardai
Verlag: Hard Case Crime
Jahr: 2008
Sprache: englisch
ISBN: 978-0-8439-5968-0

Freitag, 26. Dezember 2008

Spielend Regisseur werden

An Feiertagen müssen schwere Entscheidungen getroffen werden. Sich mit den Lieben zum Spielen zusammenfinden oder gemütlich bei einem Monsterfilm entspannen?

Steve Tassie hat das Problem schon 2001 gelöst und einfach "Grave Robbers from Outer Space" erfunden. In dem Kartenspiel werden alle Teilnehmer zu Regisseuren, die ein B-Movie drehen müssen. Zur Verfügung stehen einschlägige Drehorte (Höhlen am Rande Dorfes, Hinter dem Hügel ...
) sowie ausreichend Darsteller (Witzbold, der noch dran glauben muss) und Monster (Giftiger Nebel, Albino-Alligatoren). Zum Aufpeppen gibt es noch jede Menge Requisiten und Spezialeffekte - unverhofftes Glück beim Trash-Dreh ist natürlich die Karte "Grosses Budget" ...

Das Regelwerk passt auf eine Doppel DIN A4-Seite, die Beschreibungen auf den Karten überspannen den ganzen Graben von grottig bis größenwahnsinnig - kurzum: richtig gelungen.

"Grabräuber aus dem All" sowie die Erweiterungen "Kannibalen aus dem Dschungel des Todes" und "Die Rache der Grabräuber aus dem All" sind auch auf deutsch erschienen. Die Spiele gibt es beim mario truant verlag.


Cartoon Particles

Wahrscheinlich inspiriert von den Büchern zum Thema "Kunst aufräumen" hat Markus Hofko einen analytischen Blick auf berühmte Disney-Figuren gerichtet. Die großartige Ausstellung findet man unter "Deconstructed Disney". Der Künstler sagt über sein Werk: "While everyone seems to be on the search for the God-Particle I looked for the basic elements of the classic comic characters." Erkennen Sie das Wesen der Ente!

Der Dichter und sein Henker

Eine schöne Schreckgeschichte für seltsame Kinder erzählt der Kurzfilm "The Hangman" (1964), nach einem Gedicht von Maurice Ogden. "Into our town the hangman came,/ smelling of gold and blood and flame." Der Henker-Film wirkt wie eine Kollaboration zwischen Maurice Sendak und Arthur Miller.
Die Regie führte Paul Julian. Seine Karriere begann als Background-Designer für die Warner-Brother-Cartoons. Julian sprach sogar das berühmte "Beep, beep!" für den Roadrunner. Im Jahr 1953 arbeitete er an dem Zeichentrickfilm "Tell-tale Heart" nach Edgar Allen Poe. Und er entwarf Titelsequenzen für Roger Cormans Filme während der 50er und 60er. Diese morbid-bunten Inspirationen merkt man "The Hangman" an. Das ist Kinderprogramm für die Addams Family!
Die Grindhouse-Gurus von "Trailers from Hell" haben den Cartoon jetzt als Weihnachtsgeschenk ins Netz gestellt. Gesegnete Henkersmahlzeit!


Neuer Trailer: Monsters vs. Aliens

Am 27. März 2009 ist der Weltuntergang! Oder zumindest die Premiere von "Monsters vs. Aliens", des neuen Dreamworks-Trickfilms.
Der Plot leuchtet jedem Menschen ein, der als Kind seine Zeit sinnvoll verbracht hat, also zu viele B-Filme gesehen hat: Böse Außerirdische wollen unseren Planeten erobern und damit Schindluder treiben. Die einzige Rettung er Menschheit sind Monster!
Die Monsterparade erinnert stark an die Finanzkrise, ist aber deutlich lustiger. Einen offiziellen Trailer findet man auf der Seite "Trailer Unleashed" oder hier unten.


Sonntag, 21. Dezember 2008

Michael Jackson in „Twin Peaks“

Mich fasziniert immer, wenn Gegensätze einander berühren. Öl und Zement. Oder eine Fabrik am Meer. Das Meer allein, also ohne die Fabrik, ist in meinen Augen nicht schön.

- David Lynch

Heutzutage piesackt David Lynch sein Publikum oft durch treuherziges Schwadronieren über Seelenheil und Weltfrieden. Wie ein Trostpflaster gegen sein Guru-Gedöns wirken die musikalischen Extravaganzen auf der schmissig gestylten Fan-Page „Mashed in Plastic“.

Englische Libertins haben hier mit ihrer Lynch-Soundtrack-Sammlung eine Orgie gefeiert. Aus Songs und Filmmusik kreieren sie Mash-Ups, also gewagte, neue Kombinationen von Gesang eines Tracks und Musik eines anderen Stücks. Das Unternehmen ist sehr großzügig mit seinen akustischen Perversionen: Alle Mp3s kann man sich gratis herunterladen. Es gibt kostenloses Artwork für die Mash-Up-CD. Sogar Videos wurden produziert. (Man merkt daran auch, dass Lynch nichts mit dem Projekt zu tun hat. Auf seiner Homepage würden niemals Sachen verschenkt werden.)


Nicht alle Stücke sind gut, aber im besten Fall entsteht ein faszinierendes Monster wie das Remake des Twin-Peaks-Themas von Colatron. Getragen von der alpträumerischen Musik singt der junge Michael Jackson „I´ll be there for you“. Der singende Geist in der amerikanischen Spukstadt, das paßt wie Öl auf Zement. David Lynch kann stolz auf „Mashed in Plastic“ sein.


Howard Who?

He knows everything there is to know about B movies, he can sing fifties rock and TV theme songs all night long (and often does), he likes to fish, and he just happens to be the most startling, original, and entertaining short story writer in science fiction today.

George R. R. Martin über Howard Waldrop




"Sue The Bastards" lautete die Empfehlung an den Autor Howard Waldrop, als im Jahr 2000 O Brother, Where Art Thou? in die Kinos kam. Der Grund: wohlwollende Freunde sahen arg zu viele Ähnlichkeiten zwischen dem Film und der bereits 1989 erschienenen Story Waldrops A Dozen Tough Jobs ...


Die nette Anekdote samt Geschichte kann jetzt in Other Worlds, Better Lives nachgelesen werden. In der Sammlung stecken sieben von Waldrops längeren Arbeiten, die alle zwischen 1989 und 2003 entstanden sind. Unter anderem mit dabei: die Geschichte, in der sich die Wege von Picasso, Proust und Alfred Jarry bei einer imaginären Filmproduktion zur Dreyfuss-Affäre kreuzen - und dabei den Regisseur mit ihren Vorstellungen von Kino beinahe in den Wahnsinn treiben ... oder die Keystone-Cops als Erfüllungsgehilfen bei der Kommunistenhatz von Joe McCarthy ...

... oder oder oder ... Seit 1970 ist der Mann mit der Schreibmaschine unermüdlich unterwegs, faßt Idee um Idee in Worte. Kollege George R. R. Martin hat ihm mal bescheinigt, keine Geschichte zweimal geschrieben zu haben. Herausgekommen ist ein ganzes Universum einmaliger Unterhaltung.

In den exzellenten Kurzgeschichten leuchten die Sterne besonders hell. Die Anthologien Howard Who? und Things Will Never Be The Same versammeln nur einige Highlights. Hoffentlich und hoffentlich gibt es in Zukunft noch wieder mehr (oder gar alles???) zu lesen.

Titel: Better Worlds, Better Lives
Autor: Howard Waldrop
Verlag: Old Earth Books
Jahr: 2008
Sprache: englisch
ISBN: 978-1-882968-38-1

Samstag, 20. Dezember 2008

Grausame Gorillas grollen gräßlich

Apelike they are, and simian and not like normal man and wimian.
- Ogden Nash


Eine Show mit Monster-Gorillas kann man zwar fast jeden Abend im deutschen TV sehen, aber für echte Liebhaber von Kriegaffen lohnt sich ein Blick auf die Clip-Revue "Gorillas of the Screen". Weitere Informationen findet man auf der Seite "Gorilla Men". Go Ape!


Dienstag, 16. Dezember 2008

Radio Killed The Weltherrschaft

Quin had a lot of personality problems, he knew, but paranoia was chief among them. He made sure there was a backdoor in everything he ever did.


Quin Taper ist ein frisch gefeuerter IT-Spezialist. Mit Inbrunst verfolgt er ein Ziel: dem machtbesessenen Milliardär Walter Cheeseman an den Karren zu fahren. Der Software-Zar ist sein Ex-Chef und zielstrebig auf dem Weg zur Weltherrschaft unterwegs. (Der Masterplan dazu stammt noch aus der Jugendzeit.)

Die Herzen fliegen aber mehr dem Gitarristen Aqualung und seiner Band The Snake Vendors zu. MIt Rock 'n' Roll und Feedback-Technologie stürmen die Musiker in die Charts und ins Visier von Cheeseman. Die Digital Carnivore komplettiert den Mix - ein intelligentes File-Sharing-Programm, das seit Jahren in einem immer wilderen Web sein (Un-)Wesen treibt. Bei der Suche nach dem Ursprung der Datenschleuder kommen sich Cheeseman, Aqualung und Taper wiederholt ins Gehege ... bis zum Showdown. Da kommt dann auch endlich die titelgebende Raumstation ins Spiel.

Radio Freefall erfindet Cyberpunk nicht neu. Matthew Jarpe schmiedet aber ein heißes Eisen aus Musik, Science-Fiction und Web-Ideologie zusammen. Manchmal strapazieren die überraschenden Wendungen, manchmal zieht es durch die Löcher in der Handlung. Dafür fährt Jarpe ein paar tolle Ideen für die nahe Zukunft auf - und liefert nebenbei tolle Konzertmitschnitte.

Ein prima Seitenwender.

Titel: Radio Freefall
Autor: Matthew Jarpe
Verlag: TOR Books
Jahr: 2008
Sprache: englisch
ISBN: 978-0-7653-5719-9

Sonntag, 14. Dezember 2008

The Baum Plan For Financial Independence

So at the end of the week I shut down my left brain, got charged, and told anyone who would listen that I was going Downtown.

John Kessel macht in seinen Geschichten vieles möglich. Aber selbst sein zeitreisender Filmagent scheitert am Starrsinn des jungen Orson Welles. Mit seinem grenzenlosen Ego versaut sich der Regisseur lieber eine sichere Karriere in der Zukunft, als dass er in seiner eigenen Zeit ordentlich untergeht.

Überhaupt geht in den Stories in The Baum Plan For Financial Independence eine Menge schief. Weil Kessel immer einen Ausweg findet, um von Erwartungen und Erzählweisen abzulenken. Was eben noch folgerichtig war, erhält einen unerwarteten Drall: den Plot um einen untergetauchten Mörder und seinen versuchten Neubeginn hebelt die Obsession mit einer Katze aus. In The Last American implodiert die Form "Biographie-großer-Männer" durch den Kontakt mit dem Inhalt. Das erfundene Leben und Wirken von Präsident Andrew Steele sprengt einfach den Rahmen.

Solcher Literatur sollten in den letzten Jahren Labels wie Slipstream oder New Weird verpasst werden. Eben Texte, die durch das Genre-Raster fallen. Glücklicherweise scheren sich da eine ganze Menge Autoren weniger um das passende Keyword und mehr um den Lauf ihrer Ideen. Die Spanne reicht von Howard Waldrop über China Mieville und Ben Rosenbaum und Jeffrey Ford und Jay Lake ... oder hier John Kessel.

Höchste Zeit, sich ans Lesen zu machen. Mal schauen, wann der Stoff auch via deutscher Übersetzung direkt ins Hirn gepumpt werden kann ...

Titel: The Baum Plan For Financial Independence
Autor: John Kessel
Verlag: Small Beer Press
Jahr: 2008
Sprache: englisch
ISBN: 978-193152050-8

Donnerstag, 11. Dezember 2008

Bang Your Head

Eine Reise zu den Ursprüngen von Heavy Metal war wohl nicht genug. Der Anthropologe, Regisseur und bekennende Iron Maiden-Fan Sam Dunn legt mal eben 40.000 Reisekilometer hin, um jetzt noch den globalen Umfang des Headbangens zu vermessen.

Das geschieht sehr charmant. Denn Global Metal ist eine reinrassige Fan-Doku mit dem professionellen Anthropologen-Blick für Zusammenhänge. Metal und Globalisierung werden nicht in einem drögen Konzept analytisch zusammen gezwängt. Die Besuche bei neuen Szenegrößen und alten Recken ergeben ein sehr lautes, sehr abwechslungsreiches Festival, das sich rund um den Globus erstreckt.

So berichten Sepultura von der gespenstischen Erfahrung 1992 bei ihrem ersten Konzert in Indonesien vor 20.000 Anwesenden: die massive Polizeipräsenz sorgte für mucksmäuschenstilles Verharren auf den Stühlen. Dagegen recken sich beim Iron Maiden Gig in Indien anstelle von Feuerzeugen unzählige Fotohandys in den Himmel und im nahen Osten wird der Download via Internet als Hauptquelle verbotener Musik in den höchsten Tönen gelobt. Metal ist überall angekommen; egal, ob als Protest oder Stil - hauptsache, es knistert ordentlich.




Mittwoch, 10. Dezember 2008

Bin Lego Laden

Das seriöse Blut- und Titten-Blatt The Sun machte kurz vor Nikolaus einen dicken Schuh auf. Bei der Firma Brickarms gibt es seit kurzem eine Lego-Figur namens "Bandit - Mr. White". Am 4. Dezember enttarnte die Sun in großen Buchstaben das maskierte Männchen prompt als Osama Bin Lego und lud dazu Vertreter diverser religiöser Organisationen zum Empören ein.

Die anstössigen Steine:


So weit, so doof.

Lego selbst hält sich da lieber bedeckt. Da gab es eine samtige Distanzierung, die überall genannt wird, aber nirgends zu finden ist. Heimische und professionelle Basteleien befeueren ja auch das anhaltende Interesse an den noppigen Steinen ...

Thumbs up für Brickarms und den Eigentümer Will Chapman gibt es von der organisierten Fangemeinde. Stellvertretend für viele äußert sich Josh vom Brothers Brick Blog: "I personally believe that this spurious attack, by a disreputable tabloid, was merely to stir up trouble."

Hierzulande war Zeit und Tagesspiegel das Thema eine kurze DPA-Meldung wert. Was aber auch nur die umgeschriebene Meldung von der Sun war ... Dazu ist das Ereignis bei einigen islamophoben Blogs angekommen; dazu fehlen uns jetzt mal Worte und Links.

Lieber dann eine Empfehlung zu Weihnachten: Einfach das Mega Weapons Pack von Brickarms mit ein paar Lego-Räubern kombinieren. Fertig ist die Gangsta-Gang für unterm Baum. Wer dazu noch ein altes Lego-Spiderman-Filmset sein eigen nennt, kann dank mitgelieferter AK 47 auch locker die Dreharbeiten zu "Stammheim" nachspielen. An Heiligabend bestimmt so spannend wie die Sun.


Montag, 8. Dezember 2008

Schroeder liegt in Brasilien

Ze do Rock ist Taxifahrer, Schriftsteller, Regisseur und Brasilianer, der in München lebt. Mit einer eigenwilligen geographischen Orientierung hat er in seinem neuen Film deutsch-brasilianische Klischees vermessen. Dazu besucht er in Schleswig-Holstein etwa das Dörfchen Ekel und in Brasilien stehen Fuck und eben Schroeder auf dem Programm.



Das Roadmovie kommt mit einem lustigen Gemisch aus Menschen und Sprache daher. Hatte Ze do Rock in seinem vielgelobten Buch Fom Winde Ferfeelt eine ultra-einfache Ortographie des Deutschen gefordert, läßt er jetzt einfach mal alle plappern. Zum Beispiel den Bürgermeister von Schroeder, der mit einem verbalen Gebräu aus Brasilianisch, Deutsch und Nuscheln für das Erlernen von Fremdsprachen wirbt.

Weil kein Geld und kein Verleih, ist Ze do Rock mit seinem Streifen bislang durch die Gegend getingelt. Nun soll der Film aber in den nächsten Monaten in die Kinos kommen. Große Chance also, Schroeder liegt in Brasilien doch noch gemütlich mit Bratwurst und Caipirinha anzuschauen.

Von den billigen Plätzen

"The ha' pennies?" said Loy , raising an eyebrow. "The very top circles, the cheapest seats." Devlin put in. "The seats cost more than a ha' penny now, of course. They also call it that because you're so high up."


Ha' Penny ist die sehr, sehr konsequente Fortsetzung von Farthing. Jo Walton dreht noch weiter an der Schraube aus Alternate History und Krimi in einen England, das sich 1949 direkt auf den Weg in den hausgemachten Faschismus befindet.

Zwei Wochen nach den Ereignissen in Farthing ist Inspektor Carmichael wieder zurück in London. Als eine Schauspielerin bei einer Bombenexplosion getötet wird, soll sich Carmichael um den Fall kümmern. Seine Vorgesetzten möchten die Sache rasch abschließen, denn für die geplante Hamlet-Vorstellung ist ein brisanter Gast angekündigt. Hitler himself kommt nach England.

Aber wieder ist Carmichael etwas zu eifrig, zu bohrend bei seinen Ermittlungen dabei. Stück für Stück schaufelt er aus dem Bombenkrater eine verzwickte Verschwörung frei. Je tiefer gegraben wird, desto mehr verdichtet sich das Klima aus Furcht und Schrecken in London.

Im Gegensatz zu Farthing ist der Sound rauher, fast roh geworden. Da wird die Bereitschaft zum Denunzieren sprachlich nur noch mühsam verkleidet, da brechen lange geschürte Vorbehalte in klaren Hasstiraden an die Oberfläche. Rhythmus und Spannung von Ha' Penny erzeugt Walton wiederum über den Wechsel zwischen Ich-Erzählung und der Sicht von Inspektor Carmichael. Aber dieses Mal müssen versteckte Drohungen, Machtgier und Dünkel nicht zwischen den Zeilen entziffert werden. Die Großstadt London ist direkter und brutaler.

Das gilt auch für den Showdown. Konsequent rennen alle Beteiligten in ihr persönliches Verderben - und wir als Leser können nur hilflos eine Seite nach der anderen umdrehen. Bis wir atemlos am Ende stehen - und gespannt auf das Finale in Half A Crown warten ...

Titel: Ha' Penny
Autor: Jo Walton
Verlag: TOR Books
Jahr: 2008
Sprache: englisch
ISBN: 978-0-7653-5808-0

Sonntag, 7. Dezember 2008

Songs We taught the Detroit Cobras


Ein rasantes Mix-Tape der Garagenpunk-Band Detroit Cobras verschenkt die Seite 8tracks. Genauer gesagt: eine Kompilation der originalen Nuggets, die von den Detroit Cobras gecovert wurden. (Mittlerweile existiert schon ein weiteres Mix-Tape unter dem Titel "More Songs...".)


Freitag, 5. Dezember 2008

Ein Segen für Weihnachtsverächter

Du magst Weihnachten nicht? Du liebst Weihnachtssongs von Nat King Cole? Und an bohnenförmigen Neon-Monstern kannst du Dich nicht satt sehen? Dann ist der Cartoon "All I want for christmas is..." von Paul Rayment das richtige Geschenk für Dich.